Welpe läuft an der Leine über einen herbstlichen Weg voller bunter Blätter, während im Hintergrund Kinder spielen.

Kleine Pfoten, große Welt: Die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen 🐾

Die Leine ist dran, die Haustür geht auf – und plötzlich wartet da draußen eine riesige Welt.

Raschelnde Blätter. Fahrräder. Andere Hunde. Kinder. Autos. Spannende Gerüche. Menschen mit Regenschirmen. Und dieser eine Grashalm, der offenbar mindestens fünf Minuten ganz genau untersucht werden muss. 😄

Die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen sind etwas ganz Besonderes. Gleichzeitig stellt sich bei vielen frischgebackenen Hundehaltern schnell die Frage:

Wie viel Spaziergang braucht mein Welpe eigentlich?

Denn während der kleine Wildfang scheinbar unendlich viel Energie hat, muss er all die neuen Eindrücke auch erst einmal verarbeiten.

Wir zeigen dir, worauf es bei den ersten gemeinsamen Abenteuern wirklich ankommt.

1. Ein Spaziergang ist für deinen Welpen viel mehr als Bewegung 👃

Wir Menschen denken beim Gassigehen häufig zuerst an Bewegung.

Für deinen Welpen passiert draußen aber noch viel mehr.

Er riecht einen anderen Hund, hört ein Auto, entdeckt einen flatternden Vogel und beobachtet vielleicht zum ersten Mal einen Kinderwagen. Gleichzeitig soll er noch lernen, an der Leine zu laufen und sich an dir zu orientieren.

Ganz schön viel für so einen kleinen Kopf.

Deshalb muss ein guter Welpenspaziergang nicht möglichst viele Kilometer haben. Entdecken, beobachten und schnüffeln gehören genauso dazu.

Wenn dein Welpe minutenlang an einer Stelle schnuppert, passiert also durchaus etwas – auch wenn ihr dabei keinen Meter vorankommt.

2. Weniger ist manchmal wirklich mehr 🐶

„Mein Welpe hat noch so viel Energie. Wir drehen einfach noch eine größere Runde.“

Dieser Gedanke liegt nahe.

Doch ein aufgedrehter Welpe braucht nicht automatisch mehr Bewegung.

Gerade junge Hunde müssen viele neue Eindrücke verarbeiten und benötigen ausreichend Ruhe. Zu viele neue Situationen, lange Ausflüge und ständig wechselnde Reize können schnell ziemlich viel werden.

Statt möglichst langer Spaziergänge sind deshalb kleine, entspannte Entdeckungstouren oft die bessere Wahl.

Wie viel für deinen Welpen passend ist, hängt unter anderem von seinem Alter, seiner körperlichen Entwicklung, seinem Temperament und davon ab, was er unterwegs erlebt.

Beobachte deshalb lieber deinen Hund, statt ausschließlich auf die Uhr zu schauen.

Wie viel Ruhe ein junger Hund eigentlich braucht und warum Schlaf für seine Entwicklung so wichtig ist, erfährst du in unserem Beitrag „Ruhezeiten beim Welpen“.

 

3. Schnüffeln ausdrücklich erlaubt! 🌿

Du möchtest weiterlaufen – dein Welpe hat andere Pläne.

Da ist schließlich dieser eine Busch.

Und der riecht offenbar sensationell.

Gib deinem Welpen auf Spaziergängen ruhig Zeit zum Schnüffeln. Hunde nehmen ihre Umwelt zu einem großen Teil über die Nase wahr.

Nicht jeder Spaziergang muss deshalb aus konsequentem Weiterlaufen bestehen.

Manchmal darf das gemeinsame Abenteuer auch einfach so aussehen:

Zehn Schritte laufen. Schnüffeln. Beobachten. Weiterlaufen. Wieder schnüffeln.

Für uns vielleicht nicht besonders spektakulär – für deinen kleinen Wildfang aber eine ganze Menge Input.

4. Muss mein Welpe jeden Hund begrüßen? 🐕🐾

Da kommt ein anderer Hund.

„Ach, die müssen sich doch mal Hallo sagen!“

Nicht unbedingt.

Dein Welpe muss nicht lernen, dass jeder Hund automatisch Kontakt bedeutet. Viel wertvoller ist es, wenn er auch erleben darf, dass andere Hunde einfach vorbeigehen können.

Natürlich können positive Kontakte mit passenden, sozial verträglichen Hunden wichtig sein. Entscheidend ist aber Qualität statt Quantität.

Achte darauf, wie dein Welpe reagiert. Sucht er Kontakt? Wirkt er entspannt? Oder versucht er auszuweichen und Abstand zu gewinnen?

Und ganz wichtig: Verlass dich nicht darauf, dass andere Hunde deinem Welpen automatisch alles durchgehen lassen, nur weil er noch klein ist.

Lieber wenige gute Begegnungen als möglichst viele.

5. Die Leine muss noch nicht perfekt aussehen

Dein Welpe läuft drei Schritte neben dir.

Dann entdeckt er ein Blatt.

Dann läuft er nach links.

Dann nach rechts.

Dann bleibt er stehen.

Willkommen beim Welpenspaziergang. 😄

Natürlich könnt ihr von Anfang an spielerisch üben, dass sich dein Welpe an dir orientiert und eine lockere Leine etwas Schönes ist.

Aber er muss in diesem Alter noch keinen perfekten Spaziergang abliefern.

Belohne deinen Welpen beispielsweise, wenn er von selbst zu dir schaut, zu dir zurückkommt oder sich an dir orientiert.

So entsteht Schritt für Schritt eine Grundlage für eure späteren Spaziergänge – ohne dass aus jeder Gassirunde eine Trainingseinheit werden muss.

6. Kleine Snacks können große Helfer sein 🦴

Gerade draußen konkurrierst du mit ziemlich spannenden Dingen.

Gerüchen. Blättern. Menschen. Hunden. Fahrrädern. Vögeln.

Da darf sich die Orientierung am Menschen ruhig lohnen.

Kleine Trainingssnacks können dir helfen, gewünschtes Verhalten direkt zu belohnen – zum Beispiel wenn dein Welpe zu dir schaut, auf seinen Namen reagiert oder etwas Interessantes liegen lässt.

Achte dabei darauf, dass die Snacks klein und gut portionierbar sind. Schließlich können während eines Spaziergangs einige Belohnungsmomente zusammenkommen.

Die verwendeten Leckerlis solltest du bei der täglichen Futtermenge deines Welpen mit berücksichtigen.

Und natürlich muss nicht jede Belohnung essbar sein: Auch freundliche Aufmerksamkeit, gemeinsames Spiel oder die Erlaubnis, an einer spannenden Stelle weiterzuschnüffeln, können für deinen Welpen wertvoll sein.

7. Woran erkenne ich, dass es meinem Welpen zu viel wird? 😴

Nicht jeder Welpe legt sich einfach hin, wenn er müde ist.

Manche machen genau das Gegenteil.

Sie werden wilder, ziehen plötzlich stärker an der Leine, springen hoch, schnappen in Kleidung oder wirken, als hätten sie gerade noch einmal einen zusätzlichen Energieschub bekommen.

Auch andere Verhaltensänderungen können zeigen, dass eine Situation gerade zu viel ist.

Deshalb lohnt es sich, deinen Welpen genau kennenzulernen.

Wie verhält er sich, wenn er entspannt ist? Wie verändert sich sein Verhalten nach vielen neuen Eindrücken?

Mit der Zeit wirst du immer besser einschätzen können, wann dein kleiner Wildfang noch neugierig die Welt erkundet – und wann es Zeit für den Heimweg und eine Pause ist.

8. Nicht jeder Spaziergang braucht ein Abenteuer 🌳

Heute Wald.

Morgen Innenstadt.

Übermorgen Café.

Dann Wochenmarkt.

Und anschließend vielleicht noch ein Besuch bei Freunden?

Für einen jungen Hund kann das ganz schön viel sein.

Natürlich soll dein Welpe unterschiedliche Dinge kennenlernen. Aber neue Erfahrungen müssen nicht alle innerhalb weniger Tage stattfinden.

Wiederholungen und vertraute Wege sind ebenfalls wertvoll.

Auf einer bekannten Runde muss dein Welpe nicht ständig neue Eindrücke verarbeiten. Dadurch bleibt mehr Raum, um entspannt zu schnüffeln, sich an dir zu orientieren und einfach gemeinsam unterwegs zu sein.

Es darf also durchaus öfter dieselbe kleine Runde sein.

Die Welt läuft euch nicht weg.

9. Nach dem Abenteuer kommt die Pause 💤

Wieder zu Hause angekommen, muss nicht direkt das nächste Programm starten.

Ein Spaziergang voller Gerüche, Geräusche und neuer Erfahrungen kann für einen Welpen ziemlich anstrengend sein.

Jetzt darf erst einmal Ruhe einkehren.

Ein gemütlicher Schlafplatz, wenig Trubel und ausreichend Zeit zum Dösen helfen deinem Welpen dabei, die vielen Eindrücke des Tages zu verarbeiten.

Denn ein wichtiger Teil des Welpenalltags findet tatsächlich mit geschlossenen Augen statt.

Kleine Pfoten müssen keine großen Kilometer machen 💛

Die ersten Spaziergänge mit deinem Welpen sind kein Wettbewerb.

Es geht nicht darum, möglichst weit zu laufen, möglichst viele Hunde kennenzulernen oder innerhalb weniger Wochen eine perfekte Leinenführigkeit zu erreichen.

Es geht darum, gemeinsam die Welt kennenzulernen.

Lass deinen Welpen schnüffeln. Beobachtet zusammen neue Situationen. Belohne Orientierung an dir. Gönnt euch Pausen. Und dreht ruhig um, wenn es für heute genug war.

Manchmal besteht ein richtig guter Welpenspaziergang aus erstaunlich wenigen Metern – aber dafür aus ganz vielen kleinen Erfahrungen.

Also: Leine dran, ein paar Snacks einpacken und los geht's. 🐾

Die große Welt wartet schon auf euren kleinen Wildfang.

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